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Alltag Übers Eltern sein

Stillen ist schön! Oder etwa doch nicht?

Baby-Weint.de - Stillen ist schön

Stillen ist eine der schönsten Erfahrungen, die man als Mutter machen kann. Das haben mir damals alle gesagt und ich dachte nur: „Na dann mach ich das doch auf jeden Fall!“
Doch hier die Wahrheit übers Stillen:
Als mir mein Sohn das erste mal an die Brust gelegt wurde, kurz nach der Geburt ziepte es kurz in der Brust und dann in meinem ganzen Unterleib. Es war nicht sonderlich schmerzhaft, sondern kitzelte eher, aber das Schmerzempfinden nach einer Geburt ist wahrscheinlich auch ein etwas anderes als sonst.

Nun war ich wirklich voller Vorfreude auf das zukünftige Stillen und nur ein paar Stunden später stand ich nun vor dieser Aufgabe. Doch wie war das noch gleich? Kind auf den Arm nehmen und dann los, doch wie halte ich ihn am besten, so rum oder doch lieber so? Nein so kann ich ihn nicht lange halten. Ich klingelte nach einer Schwester oder Hebamme, mir war das egal Hauptsache jemand hilft mir seinen Hunger zu stillen.

Nun zeigte mir die nette Dame eine Position, die halbwegs bequem war und zeigte mir zudem wie ich meine Brust massieren sollte, damit da Milch raus kommt um dem Kleinen zu zeigen: Hier ist deine Nahrungsquelle! Alles ganz schön kompliziert, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Als der Kleine dann endlich trinken konnte dachte ich nur – was ist das denn jetzt? Es tat weh, es tat wirklich verflucht weh, die Hebamme sagte jedoch die Brust müsse sich auch erst an diesen neuen Reiz gewöhnen und der Schmerz wird vergehen.
– Na hoffentlich –

Wieder ein paar Stunden später ging das Geschrei von vorne los und ich fühlte mich fast genauso hilflos, wie beim ersten Mal. Jetzt hatte ich zwar ein Stillposition, diese war allerdings irgendwie nicht ganz so bequem wie vorhin. Das Kneten der Brust, um ein paar Tropfen Milch heraus zu bekommen, war ziemlich erfolglos und so langsam kam ich in Schwitzen, denn das Geschrei wurde immer lauter und meine Zimmergenossin und ihr Kind waren gerade erst eingeschlafen. Somit ging ich raus und rüber ins Stillzimmer und fragt erneut nach Hilfe.

Eine andere Hebamme half mir den Kleinen anzulegen und zeigte es mir mit ganz anderen Handgriffen als die zuvor. Nun saugte mein Junge kräftig los und der Schmerz war fast unerträglich. Ich fragte ob das alles so richtig sei und erwähnte das es mehr weh tat als vorhin, doch die Hebamme versicherte es sei alles in Ordnung. Doch schon nach kurzer Zeit löste der Kleine sich und schrie und ich erblickte das Desaster: Er hatte nicht an der Brustwarze gesaugt, sondern da neben und dort war nun ein riesiger schmerzender Bluterguss.

Meine Hoffnung voll stillen zu können schwand. Ich war erst seit ein paar Stunden Mutter und fühlte mich einfach Hilflos, ich hatte es mir alles irgendwie einfacher vorgestellt und war sauer, dass mich niemand vorgewarnt hat. Doch ich wollte es weiter probieren, wenigstens eine Woche lang.
In der Zeit im Krankenhaus klappte das Stillen zwar nach und nach immer besser und ich merkte ich musste mir einfach nur von allen Anleitung etwas raussuchen, was mir gefiel, doch eine schöne Sache war es einfach nicht. Ich dachte schon darüber nach wann ich mir dieses Elend wohl ersparen kann, wann mein Kind so viel an Abwehrstoffen zu sich genommen hat, dass es einen guten Start ins Leben bekommt. Doch diese Gedanken wurden von einem neuen Bild überlagert.

Die erste Zimmergenossin, die ich hatte stillte nicht, da sie schon zwei Kinder hatte und sich nicht vorstellen konnte sich um diese zu kümmern und ein Drittes zu dem noch zu stillen. Doch in der zweiten Nacht bekam ich eine neue Zimmergenossin, diese wollte stillen. Unbedingt. Mit allen Mitteln, Doch sie hatte innenliegende Brustwarzen und ein sehr ungeduldiges Baby. So versuchte sie es immer und immer wieder, doch es lief immer darauf hinaus, dass sie abpumpen musste. Total enttäuscht kehrte sie so jedes Mal ins Zimmer zurück. Für den Vorgang des Nahrung gebens, der bei mir ca. 15 – 20 Minuten in Anspruch nahm, mit mal mehr mal weniger großen Schmerzen, brauchte sie mindestens 45 Minuten und fand somit kaum Schlaf. Ich sah in ihrem Blick wie sie mich beneidetet und mir tat es leid, dass sie so verzweifelt war und ich ihr Begehren nicht wertgeschätzt hatte.

Nun schob ich die Gedanken des Abstillens endlich bei Seite und versuchte entspannter an die Sache ran zu gehen. Und was soll ich sagen, zu Hause klappte das Stillen … genauso gut oder schlecht wie im Krankenhaus. Mit speziellen Stilleinlagen aus der Apotheke, die kühlten und den Schmerz linderten schaffte ich es durchzuhalten. Ich stillte meinen Sohn und ich fand es schrecklich! Ich fand es schrecklich mir gefrorenes Gemüse auf die Brüste zu legen, wenn gerade niemand zu Hause war und der Kleine schlief. Doch ich stillte.

Ich stillte immer weiter und irgendwie machte es mich stolz, es machte mich nicht nur stolz, dass ich diesen Schmerz die ganze Zeit in kauf nahm, sondern auch zu sehen, wie ich mit meinem Körper die beste Nahrungsquelle für meinen Sohn darstellte. Er wuchs und nahm zu und entwickelte sich prächtig. Und eines Tages, ganz plötzlich war etwas beim Stillen anders, ich merkte … Nichts! Ich spürte keine Schmerzen, ich spürte nur wie mein kleiner Wonneproppen ruhig an meinem Bauch lag, atmete und saugte. Dies war einer der schönsten Momente die ich als junge Mutter erlebte. Und endlich konnte ich sagen: „Stillen ist schön!“

Ein Kommentar

  1. Schon geschrieben und ich freue mich, das das positive überwiegt, weil es eine tolle Sache ist und ich jede Frau beneidet habe, die das könnte. ..

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