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Mit Mozart zum Genie – der Mozart Effekt

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Wird mein Baby durch das hören der Musik von Mozart zum Genie?

Der Mozart Effekt ist ein beliebtes Thema junger Eltern. Eine Studie der Wissenschaftlerin Frances Rauscher von der Universität von Kalifornien in Irvine aus dem Jahre 1993 stellte fest, dass Probanden nach dem hören einer Mozart Sonate in einem Intelligenztest erheblich besser abschnitten, als die Studienteilnehmer, welche nicht mit den Werken von Wolfgang Amadeus Mozart beschallt wurden.

Dies war die Geburtsstunde vom sogenannten „Mozart Effekt“.

Viele stolze Eltern erhofften sich von nun an, durch das Abspielen der Kompositionen des verehrten Musikers, eine Steigerung der Intelligenz bei ihren Babys und Kleinkindern herbei zu führen. Es konnte gar nicht früh genug damit begonnen werden. Einige Eltern versorgten bereits den Babybauch mit den berühmten Werken. In den Vereinigten Staaten brach beispielsweise ein regelrechter „Mozart Boom“ aus. Zeitweilig erhielt im Bundesstaat Georgia jede Mutter bei der Geburt ihres Kindes eine Klassik CD. In Florida wurden Kindertagesstätten per Gesetz dazu verpflichtet jeden Tag eine gewisse Zeit klassische Musik spielen zu müssen.

Was ist dran am Mozart Effekt?

Im Nachhinein gab es etliche Nachfolgestudien von anderen Wissenschaftlern zu diesem Thema, nur waren Ihre Ergebnisse unterm Strich deutlich ernüchternder. Es konnten in der Regel keine signifikanten Unterschiede zu Vergleichsprobanden festgestellt werden, die den schönen Stücken der klassischen Musik nicht ausgesetzt waren. Die Quintessenz von über einem Dutzend Studien ist, dass der „Mozart Effekt“ im besten Falle, eine kleine und zwar zeitlich begrenzte Verbesserung der Fähigkeiten bewirke. Diese vorübergehende Steigerung sei wiederum dadurch zu erklären, dass im Zuge des Hörens der klassischen Stücke bei den Testpersonen bestimmte Emotionen, wie in etwa Harmonie, Glücksgefühle und Ruhe geweckt werden. Es wird angenommen das diese positiven Erregungszustände im Gehirn der Probanden dazu beitragen, dass die Versuchspersonen die Aufgaben sozusagen unter erleichterten Bedingungen lösen können und in Folge dessen mitunter ein wenig besser abschneiden. Dieser Gemütszustand lässt sich vermutlich jedoch auch mit Hilfe einer Meditation, einem beruhigendem Gespräch oder dem Verzehr einer leckeren Mahlzeit vor dem Test erzielen.

Auch eine Studie der Harvard Universität kommt zu dem Schluss, dass der Mozart Effekt auf Einbildung beruht.

In einigen Experimenten konnte festgestellt werden, dass bei manchen Personen, das Denkvermögen nachdem Hören von Horrorgeschichten des berühmten Schriftstellers Stephen King kurzzeitig gesteigert wurde. Bei britischen Schulkindern wirkten andererseits Songs der Popmusik mehr als die Musik von Mozart. Das A und O für die Steigerung der Leistung ist, dass den Personen das Gehörte gefällt.

Doch es gibt Positives zu berichten

Auch wenn das Hören von Musik letztendlich nicht zu einer Erhöhung der Intelligenz führt, ist es nicht von der Hand zu weisen, dass das Erlernen eines Musikinstrumentes die Kreativität steigern kann. Außerdem führt es im Nachhinein gerade bei Kindern häufig dazu, dass es ihnen danach leichter fällt sich zu konzentrieren.

Untersuchungen in Kernspintomographen haben zudem ergeben, dass bei musizierenden Kindern einige Areale des Gehirns aktiver sind, als bei unmusikalischen Kindern. Außerdem wird davon ausgegangen, dass durch das Musizieren gleichfalls die Fähigkeiten der Sprache gefördert werden kann. Denn wenn bestimmte Bereiche im Gehirn regelmäßig stimuliert werden, dann wirkt sich dies auch auf andere Teile des Gehirns aus, da das menschliche Hirn ein weit verzweigtes Netzwerk aus Nervenverbindungen ist.

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Erstaunliche Ergebnisse bei Frühgeburten

Wissenschaftler aus Israel haben in ihrer Studie herausgefunden, dass die Werke der klassischen Musik bei frühgeborenen Babys besser beim Wachsen helfen. Des weiteren soll dieser positive Effekt von klassischer Musik auf Frühgeborene bei der Musik von Mozart deutlicher sein, als beispielsweise bei Kompositionen von Johann Sebastian Bach.Bei dieser Studie wurden die Babys in drei Gruppen aufgeteilt.

Die Früchen bekamen über Kopfhörer am ersten Tag ausgewählte Stücke von Mozart und am zweiten Tag Werke von Bach zu hören. Am dritten Tag gab es für die Frühgeborenen keine Musik zu hören. Während der Prozedur wurde bei den Babys die Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidausscheidung gemessen. Mit Hilfe dieser Parameter konnte die Stoffwechselrate berechnet werden. Bei der Auswertung der Ergebnisse konnte eine deutliche Schwankung der Werte festgestellt werden.

Bei Mozart sank die Stoffwechselrate um fast 10 % gegenüber der musikfreien Zeit. Bei den Stücken von Bach war die Rate immerhin noch um 4,5 % gesunken. Durch Senkung des Grundumsatzes, haben die Babys folglich weniger Kalorien verbraucht und konnten somit schneller an Gewicht zulegen und entwickelten sich in Folge dessen besser.

Es wird in der Forschung davon ausgegangen, dass ein wiederholtes Variieren von musikalischen Motiven für die beruhigende Wirkung verantwortlich ist. Das wiederholte Variieren von gleichen musikalischen Motiven ist gerade bei Mozarts Werken häufig anzufinden.

Dass die schönen Werke der klassischen Musik also die Intelligenz der Babys steigert mag nunmehr bezweifelt werden, doch eines ist auf jeden Fall sicher, dass Hören von Stücken von Mozart und Co. wird Ihrem Schützling jedenfalls nicht schaden können und wenn es auch nicht dessen kognitiven Fähigkeiten steigert, so wird es Ihr Baby vielleicht aber beruhigen können und zu einem besseren Schlaf verhelfen. Nebenbei wird es vor dem Einschlummern mit einem bedeutenden Stück Weltkulturerbe bekannt gemacht und wer weiß, vielleicht werden bei Ihrem Kind ja doch irgendwelche Potentiale geweckt. Auch ohne Mozart Effekt.

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