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Warum weinen Babys? Teil 3

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9. Das Baby weint aufgrund einer Reizüberflutung

Auf der anderen Seite kann es bei ihrem Baby, wenn es an einem Tag zu viel erlebt hat zu einer Reizüberflutung kommen, was ebenfalls dazu führen kann, dass ihr Baby weint und schreit.

Wie bereits zuvor beschrieben werden die Kleinen aus einer ihnen sehr vertrauten Umgebung, wo sie quasi den Puls der Mutter spürten mit Klaps und Geschrei in eine fremde Welt herausgerissen. Während der Zeit im Mutterbauch hören sie größtenteils nur die Mutter oder vielleicht den Vater Reden und sind von den ganzen anderen Sinneseindrücken noch weitestgehend isoliert. Die Umwelt wurde in dieser Zeit nur stark gedämpft wahrgenommen.

Nach der Geburt betreten sie im wahrsten Sinne des Wortes Neuland und jeder Tag ist für sie wie ein kleines Abenteuer. Die Sinne werden geschärft und täglich machen die kleinen unglaubliche Fortschritte. Die kontinuierlichen neuen Eindrücke sind für den Lernprozess unabdingbar.

Die richtige Balance finden

Was auf der einen Seite wichtig ist für die Entwicklung der Kleinen, kann auf der anderen Seite zu einer Belastung führen. Denn zu viele neue Eindrücke können ein Baby auch überfordern. Gerade wenn man viel mit ihnen unterwegs ist und ständig unbekannte Gesichter auf die Babys einreden ist es für sie anstrengend. Längere Einkaufstrips, große Menschenansammlungen wie etwa Feste oder eine Fahrt mit dem Bus können ihr Baby überfordern.

Ein langer anstrengender Tag mit vielen neuen Sinneseindrücken kann am Abend letztendlich zu einer Überreizung führen, in Folge derer ihr Baby, auch wenn es noch so Hundemüde sein sollte nicht einschlafen will. Anstatt ruhig einzuschlafen kann es sein, dass ihr Baby den Kopf abwendet und gepaart mit Weinen heftig dagegen protestiert und für eine Weile partout nicht zu besänftigen scheint. Helfen Sie ihrem Baby dabei herunter zu fahren und sich zu beruhigen. Bringen Sie auch hierbei ihr Baby am besten an einen stillen Ort mit gedämpften Licht und geben Sie ihrem Baby die Ruhe, die es braucht.

10. Das Baby ist frustriert

Sie lesen richtig, auch Babys können frustriert sein. Wenn Babys die Welt erkunden, haben sie mitunter Erlebnisse, die bei ihnen für Verwirrung sorgen und dann Gefühle wie Ängste oder Unsicherheiten wecken.

Babys machen in den ersten Wochen und Monaten unglaubliche Fortschritte, wie sie im weiteren Leben nie wieder in dieser Dimension gemacht werden, trotz dessen geht den Kleinen dieser Prozess oftmals nicht schnell genug und führt zu Frustrationen, die dann in entnervtem Weinen münden.

Ein sechs Monate altes Baby, welches immer und immer wieder versucht zu Krabbeln oder vorwärts zu kommen und stattdessen nur zur Seite rollt bzw. sich rückwärts bewegt wird nach einer Reihe missglückter Anläufe seinen Ärger kundtun. Es kann aber auch der Fall sein, dass sich im Laufe des Tages der Frust ansammelt und erst am Ende des Tages zum Vorschein kommt, so dass ihr Baby anstelle von friedlichem Einschlafen zunächst einmal schreit und tobt und seinem Missmut Luft verschafft.

11. Das Baby weint, weil es schlecht geträumt hat

Wenn ihr Baby aus dem Schlaf hochschreckt bzw. im Schlaf weint und andere Gründe wie Hunger ausgeschlossen werden können, dann kann es sein, dass Ihr Baby einfach schlecht geträumt hat. Denn Heute weiß man das bereits kleine Babys träumen und auf diese Weise ihre Erlebnisse vom Tage in der Nacht verarbeiten. Was die Kleinen im Detail träumen wird man leider nicht in Erfahrung bringen können, da sie einem ja nicht davon erzählen können.

Neben angenehmen Träumen, die dem Baby das beliebte „Engelslächeln“ ins Gesicht zaubern, haben sie leider, wie wir Erwachsene es auch haben, mitunter nicht so schöne Träume, welche sie erschrecken lassen und verstört aus dem Schlaf reißen können. Dabei weinen die Kleinen hin und wieder kläglich in markdurchdringender Lautstärke und lassen sich nur sehr schwer beruhigen, ein Zustand, der einen eine ganze Weile beschäftigen kann, insbesondere wenn es sich dabei um einen sogenannten „Nachtschreck“ handelt. Ein Nachtschreck betrifft in der Regel Kinder im Alter von 2-6 Jahren, tritt in manchen Fällen schon bei neun Monaten alten Babys auf.

Wenn es einem das erste mal passiert, dass das Baby durch einen schlechten Traum mit weinendem Getöse erwacht, kann es einem selbst einen ganz schönen Schrecken einjagen.

12. Das Baby hat Angst vor dem Alleinsein

Die Angst des Babys vor dem Alleinsein hängt eng mit dem Bedürfnis der Zuneigung zusammen. Somit ist die Grenze zwischen dem Bedürfnis nach Zuneigung und der Angst vor dem Alleinsein sehr schwammig und die verschiedenen Punkte sind nicht immer eindeutig differenzierbar. Babys haben evolutionär bedingte Ängste vor dem Alleine sein bzw. vor dem alleine zu Schlafen auch wenn sie sich per se nicht vor etwas Konkretem wie der Dunkelheit fürchten. Die Angst vor dem Alleinsein ist vielmehr ein Urinstinkt, der dem Baby eine potentielle Gefahrensituation signalisieren soll. Denn wenn sich keine der Bindungspersonen in der näheren Umgebung des Babys aufhält, bedeutet dies für das Baby, dass es niemand bei Bedarf umsorgen kann, im Notfall eingreifen wird und das Baby folglich allen möglichen Gefahren schutzlos ausgeliefert ist.

13. Das Baby hat Anpassungsschwierigkeiten

Nach neun Monaten kommt der Zeitpunkt an dem die Babys ihren warmen Hort im Mutterbauch verlassen müssen. Die Natur hat diesen Zeitpunkt passend eingerichtet, da bei längerer Verweildauer im Bauch der Mutter irgendwann sicher der Zeitpunkt erreicht wäre, an dem der Kopf des Kindes unmöglich durch die Beckenöffnung passen würde. Neue Forschungserkenntnisse geben Aufschluss, dass den Babys ein Zeitabschnitt von ungefähr drei Monaten im Mutterleib fehlt um optimal ausreifen zu können. Dieser Reifeprozess wird zwangsläufig auf die ersten drei Monate außerhalb des Mutterbauches verlagert. Man nennt diese Periode auch das vierte Trimester der Schwangerschaft.

Während die einen Babys mit dieser Situation besser zurecht kommen und die Zeit mit weniger Anpassungsschwierigkeiten meistern, haben die anderen in dem Zeitraum doch arge Probleme (siehe Artikel Schreibaby). Man kann in diesen Fällen probieren dem Baby dadurch zu helfen, in dem man versucht die Umgebung des Baby so gut wie möglich an die Bedingungen im Mutterleib anzupassen.

Hier möchte ich noch einmal auf die Naturvölker hinweisen, bei denen es üblich ist, die Babys lange und eng am Körper zu tragen. Die Nähe und Wärme der Mutter ist für die Kleinen sehr beruhigend. Seit einiger Zeit ist auch wieder hier zu Lande das „Pucken“ im kommen. Hierbei wird das Baby in eine Decke oder Tuch fest eingewickelt. Mit dieser Methode lässt sich so manches Baby auf einfache Weise ruhig stellen. Sie ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sie einige Risiken birgt und deshalb von vielen Ärzten abgeraten wird. Eine Risikoarme Alternative sind auch in diesem Fall Tragetaschen bzw. Tragetücher.

14. Andere Gründe

Falls Ihr Baby nach der Abarbeitung all dieser Möglichkeiten trotzdem noch weint, können auch noch einige andere Ursachen dafür Verantwortlich sein.

Gerade wenn das Baby anders als sonst weinen sollte, das heißt ungewöhnlich laut, schrill, aber auch ein kraftloses lethargisches Weinen sollte sie aufhorchen lassen. Eine ungewohnte Stille des Babys ist ebenfalls ein Umstand, den Sie aufmerksam beobachten sollten. Diese Anzeichen können auf eine Erkrankung oder Schmerzen des Babys hindeuten. Es gibt niemanden, der sein Baby so gut kennt, wie Sie. Wenn Sie der Meinung sein sollten, dass etwas mit ihrem Baby nicht stimmt, dann rufen Sie bei Ihrem Arzt bzw. dem ärztlichen Notdienst an oder fahren Sie hin. Im Zweifel lieber einmal zu viel, als zu wenig.

Durchfall, Fieber und Erbrechen sind Umstände, die gerade in Verbindung mit anhaltendem Weinen, genauer beobachtet und ggf. mit einem Arzt abgeklärt werden müssen.

Ein Spruch den sie sicherlich schon häufiger gehört haben ist „Jedes Baby ist anders“ und ich muss sagen, auch wenn ich kein Fan von Floskeln bin, dass an dieser wirklich viel dran ist. Das eine Baby ist sensibler, braucht mehr Wärme und hat am liebsten 24 Stunden am Tag die Mama um sich herum, während sich ein anderes vielleicht schon früh längere Phasen alleine Beschäftigen kann. Wieder andere Babys sind bereits kleine Heißsporne, die gar nicht genug Bewegung haben können und mit Ihrem Sprechorgan die gesamte Nachbarschaft in Aufruhr versetzten.

All diese individuellen Charaktereigenschaften und Facetten der Kleinen tragen sicherlich auch dazu bei, ob Ihr Kind mehr oder weniger weint.

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