Baby weint - Der Blog rund um Babys, Kinder und Familie.

Alltag Beobachtungen

Ins Familienbett und zurück

Baby Weint - Familienbett

Das Familienbett

Von vornherein hatten wir gesagt wir wollen kein Familienbett. Uns schien das schlicht und ergreifend zu gefährlich und wir wollten ja auch mit Kind unsere Beziehung irgendwie aufrecht erhalten. Das erste Jahr zogen wir das auch mehr oder weniger konsequent durch und es klappte auch wunderbar. Zu unserem Glück schlief unser Kleiner auch ziemlich schnell durch. Zuerst in seinem eigenem Bett in unserem Zimmer und nach etwas über einem halben Jahr auch in seinem eigenen Zimmer. Bis auf ein paar wenige Nächte in denen er krank war, er nicht schlafen konnte oder einfach nur Nähe brauchte klappte das auch alles ohne Probleme.

Der Umzug

Nach seinem ersten Geburtstag ungefähr fing er an etwas mehr zu kuscheln und so holten wir ihn um das auszukosten öfter mal zu uns in Bett. Zunächst nur für den Mittagsschlaf, doch auch bald zum Einschlafen abends. Zu unserem Glück war es meist kein Problem ihn wieder zurück in sein Bett zu bringen doch dann kam unser Umzug.
Eine sehr turbulente Zeit begann. In unsere Wohnung war es nicht mehr wirklich wohnlich und im neuen Haus ging noch gar nichts. Es war noch nichts richtig fertig und bis wir einziehen konnten schien es noch lange hin zu sein. Somit mussten wir notgedrungen erst einmal einen Monat bei meinen Schwiegereltern wohnen. Dort fühlt sich der Kleine zwar total wohl, aber es ist doch ein großer Unterschied ob man dort mal zu Besuch ist und da eine Nacht schläft oder richtig wohnt.

Langsam merkte ich wie der Kleine mehr Nähe suchte. Er wollte nicht mehr alleine im Zimmer schlafen und wurde zunehmend quackiger gegen Abend hin. Es wurde immer belastender und somit holte ich ihn irgendwann zu mir ins Bett, um einfach selbst auch Ruhe zu haben und mal schlafen zu können.

Im neuen Haus ein Familienbett

Aber auch diese Zeit ging vorbei und wir konnten endlich in unser Haus ziehen.
In seinem neuen Zimmer fühlte sich Nuffel von Anfang an wohl und spielte gerne dort. Wir machten uns zunächst Sorgen ob wir ihn gleich die erste Nacht dort schlafen lassen sollten, aber ausprobieren wollten wir es dann doch. Zu unserer Überraschung schlief er ziemlich schnell ein und auch die ganze Nacht durch.
Doch gleich am nächsten Tag merkten wir: Zu früh gefreut!
Schon auf dem Weg in sein Zimmer fing er an zu weinen und in seinem Bettchen wollte er keinesfalls liegen bleiben. Zwei Stunden lang probierte ich alles Mögliche, aber es half einfach nichts. So ging es Tagelang weiter und irgendwann gab ich einfach auf. Zum Teil weil ich total übermüdet war und zum anderen weil er mir langsam einfach leid tat, wie er sich jeden Abend die Seele aus dem Leid brüllte.

So fing die Zeit unseres Familienbettes an.
– Und wir genossen es –
Wir konnten so viel mit ihm kuscheln wie noch nie und dazu noch fast jede Nacht durchschlafen. Es war schlichtweg einfach und schön, schön einfach. So ging es einige Wochen und wir überlegten gar nicht mehr ob wir ihn in sein Bett bringen sollten oder mit zu uns nehmen.

Fehlende Zweisamkeit

Doch irgendwann fehlte etwas. Es fehlte die Zeit der Zweisamkeit. Und so sehr wir die Zeit mit ihm auch genossen, so sehr fehlte uns langsam die Zeit in der wir einfach Arm in Arm einschlafen konnten, in der wir Platz im Bett hatten. Die Situation wurde immer angespannter und wir fingen sogar an uns wegen Kleinigkeiten übereinander aufzuregen. Das Familienbett hatte seine Schattenseiten.
Wir mussten ihn somit wieder in sein eigenes Bett bringen.

Der Weg zurück ins eigene Bett

Doch wie macht man das am besten? Wir wollten die Sache behutsam angehen und so ging ich mit ihm abends schon zwei Stunden vor dem Zubettgehen in sein Zimmer, anstatt mit ihm wie sonst in der Stube zu spielen. Ich ließ im Hintergrund ein bisschen ruhige klassische Musik laufen, um ihn schon mal runter zu fahren und ihm zu signalisieren, dass dies nun keine Tobezeit mehr ist. Wir spielten ein wenig mit seinen Autos und der Murmelbahn, bis er von sich aus zum Bücherregal ging und sich mit einem Buch in seine Kuschelecke zurück zog. Dort kuschelten wir ein wenig und guckten ein Buch nach dem anderen an. Bis er schließlich anfing sich die Augen zu reiben. Dann gingen wir runter und putzten Zähne. Er war sichtlich erschöpft vom Tag und wollte von sich aus ins Bett und dies schienen mir die besten Voraussetzungen zu sein, damit er schnell auch in seinem Bett einschlief.

Zügig machte ich noch eine kleine Flasche mit warmer Milch, um ihn auch richtig zu verwöhnen.
Als wir in sein Zimmer abbogen war er völlig verwirrt, viel zu lange hatte er schon in unserem Zimmer geschlafen, und fing sogar ein wenig an zu weinen. Ich legte ihn mit seiner Milch ins Bettchen und dämpfte das Licht. Mit einem Kissen und einem Buch setzte ich mich zu ihm ans Bett und begann ihm vorzulesen. Immer wieder seine Lieblingsgeschichten, bis ihm endlich die Augen zufielen.

Die erste Hürde war also geschafft er war eingeschlafen, doch wie würde sich die Nacht entwickeln?
Ich setzte mir auf jeden Fall ein Ziel und zwar wollte ich ihn auf keinen Fall in unser Bett holen, egal wie müde und kaputt ich war, ich würde wenn es Not tut auch die ganze Nacht hier sitzen.

Einfacher als gedacht

Ganz so schlimm war es zum Glück nicht. Der Kleine wurde zwar einige Male wach und quängelte etwas, einmal wollte er auch unbedingt rausgenommen werden und mit zu mir, aber ich blieb standhaft. Ich beruhigte ihn immer wieder, ließ nochmal etwas Musik laufen und dann war Ruhe.

Gegen 2 Uhr fielen mir auch endlich die Augen zu und ich konnte bis 6 Uhr schlafen. Allerdings wurde ich nicht von dem Kleinen geweckt, sondern von dem Wecker meines Mannes. Durch den Trubel, der im Haus entstand wurde der Kleine dann auch wach. Bis zum Kindergarten war es allerdings noch etwas Zeit, diese nutzte ich dann doch nochmal dafür, meinen Liebling zu mir zu holen und eine Stunde schön mit ihm im warmen und flauschigen Bett zu kuscheln. Auch die nächsten Tage klappte alles sehr gut und somit war das Kapitel Familienbett für uns erst einmal beendet.

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