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Erziehung Ratgeber

Fernsehen für Kinder

Baby Weint - Kinder und TV

Der Plan mit dem Fernseher

Etwas, was sich glaube ich recht viele Eltern am Anfang vornehmen ist wohl, dass ihre Kinder kein Fernsehen gucken sollen. Zumindest in den ersten Jahren nicht. Stattdessen sollte man bei Wind und Wetter rausgehen, basteln, Spiele spielen, eben alles was man als verantwortungsvolle Eltern mit seinem Kind so tut. Doch irgendwann ist es soweit und irgendwo gucken die Kindern dann doch Fernsehen. Nun wollen sie dies dann natürlich auch zu Hause und können sich in Wutanfälle hineinsteigern, bei denen man sein eigenes Kind nicht mehr wiedererkennt. Widerwillig gibt man dann irgendwann nach und merkt recht schnell wie praktisch dieser viereckige Kasten doch ist.

Die Vorteile des Fernsehers

Auf einmal kann das Kind ruhig auf dem Sofa sitzen und einfach eine halbe Stunde ruhig sein. Unglaublich. Und was man alles in dieser Zeit machen kann. Duschen, sich in ruhe fertig machen, Kochen, ohne dass irgendetwas anbrennt weil das Kind nach Aufmerksamkeit verlangt. Man hatte schon fast vergessen wie das alles ist und auf einmal ist es möglich nur weil der Sprössling vor der Flimmerkiste sitzt.
Der Plan das Kind also ohne Fernseher großzuziehen ist somit schon einmal fehlgeschlagen, doch wie macht man nun das Beste aus dieser Situation?
Ich für meinen Teil schaue mir ganz genau an was mein Kind guckt. Bei uns wird nicht einfach ein Kindersender angemacht, bei dem man sich dann leider nicht aussuchen kann was das Kind da so guckt. Dies verdanken wir wohl vor allem dem Umstand, dass wir sowieso hauptsächlich nur noch über Streamingdienste wie Netflix Fernsehen gucken und man dort zunächst einmal auswählen muss was man denn schauen will.
Dadurch können wir Programm auswählen, welches unserer Meinung nach vertretbar ist, Wissen vermittelt, die Sprachentwicklung nicht in einen negativen Bereich lenkt und vielleicht sogar pädagogisch wertvoll ist.

Gutes Fernsehen und schlechtes Fernsehen

Wie so eine Serie aussehen kann und was ich an einer anderen Serie, welche quasi das Gegenstück zu dieser bildet auszusetzen habe, möchte ich im Folgenden beschreiben.

Peppa Wutz

Fangen wir mit der Serie „Peppa Wutz“ oder im Original „Peppa Pig“ an. In dieser Zeichentrickserie geht es um ein kleines Schwein namens Peppa Wutz und ihre Familie, bestehend aus den Eltern und ihrem kleinen Bruder George. Peppa ist ca. 4-5 Jahre alt und ihr Bruder ca. 2 Jahre. In den etwa 5 Minuten langen Folgen werden verschiedene Alltagssituationen beschrieben. Wie etwa ein Besuch bei den Großeltern, ein Fahrradausflug oder ein Stromausfall.

Die positiven Aspekte dieser Serie sind wohl vor allem die Situationen, welche für Kinder sehr greifbar sind, da sie sich dort wiedererkennen. Des weiteren tauchen immer wieder die gleichen Personen auf, so dass sich die Kinder an diese gewöhnen können. Durch die Alltagssituationen wir auch ein wenig Wissen vermittelt. So erfahren die Kinder zum Beispiel in einer Folge dass Sterne sehr weit weg sind und der Polarstern für Seefahrern früher ein Orientierungspunkt war.

Gute Ansätze, schlechte Umsetzung

Doch leider überwiegen dieser Serien wie ich finde leider die negativen Aspekte deutlich.
Zunächst einmal finde ich den Zeichenstil dieser Serie wirklich schrecklich und nicht schön anzusehen. Bei dem eigentlich ja positiven Aspekt der Wissensvermittlung gibt es für mich große Mankos wie zum Beispiel in einer Folge über einen Stromausfall. Hier erklärt der Vater, dass die Elektrizität weg ist und Peppa fragt was „Elektrischetät“ ist. Hier wird sie zwar einmal von ihrem Vater verbessert, sagt aber in der kompletten Folge immer wieder „Elektrischetät“. Dies prägen sich Kinder meiner Meinung nach sehr schnell ein und ist ein vermeidbarer Fehler.
Am aller schlimmsten finde ich jedoch den Charakter des Hauptcharakters Peppa und ihren Umgang mit ihrer Familie. So sagt sie sehr oft Dinge wie „dummer Papa“ und ist sehr egozentrisch. Immer wieder muss sie darauf hingewiesen werden auch ihren kleinen Bruder mal etwas machen zu lassen. Genau wie dass er ja auch noch kleiner ist und dadurch einige Dinge noch nicht so gut kann.

Mir ist klar, dass die Realität oft so aussieht. Doch ich finde so muss nicht auch noch eine Identifikationsfigur aufgebaut sein und das ist Peppa Wutz auf jeden Fall für Kleinkinder.

 

Oonas und Babas Insel

Dass es anders geht zeigt nämlich die zweite Serie, die ich ansprechen möchte. Dies ist die Serie „Oonas und Babas Insel“ im Original „ Puffin Rock“. Eine von Netflix selbst produzierte Serie und somit leider nicht im FreeTv zu sehen.
Diese Serie hat ungefähr die gleiche Ausgangssituation. Nämlich ein kleines Mädchen namens „Oona“, in diesem Fall ein Papageitaucher und ihre Familie, ebenfalls bestehend aus Mutter, Vater und ihrem kleinen Bruder namens „Baba“.
In dieser Serie spielt sich alles auf einer kleinen Insel ab und beschreibt das Leben der wirklich sehr schön gezeichneten Papageitaucherfamilie und deren Umgebung. Bekannte Alltagssituationen wie einen Kindergarten oder Fahrradfahren gibt es hier nicht. Denn hier wird mehr darauf geachtet die Tiere natürlicher erscheinen zu lassen. Somit ist der Hauptcharakter hier vielleicht nicht auf Anhieb eine Identifikationsfigur, sondern braucht dafür etwas länger, aber dies finde ich überhaupt nicht schlimm.

Vermittlung von Werten und Wissen

Denn viel wichtiger ist hier die Vermittlung von Werten, welche im Vordergrund steht. So ist hier das Thema Freundschaft und Familienzusammenhalt bzw. Geschwisterliebe immer wieder im Fokus und es ist rührend mit Anzusehen, wie sich Oona um ihren kleinen Bruder sorgt und auf seine Bedürfnisse eingeht.
Neben der Vermittlung von Werten ist hier aber auch die Wissensvermittlung ganz anders aufgebaut. So nehmen Kleinkinder vor allem etwas über die typischen Verhaltensweisen der verschiedenen Tiere mit. Während etwas ältere Kinder schon mehr mit all den anderen Informationen anfangen können, die einem ein Erzähler gibt.

In einer Folge warten Oona und ihre Freunde zum Beispiel darauf, dass ein Schwarm Libellen anfängt zu fliegen und durch die Lüfte tanzt. Einem Kleinkind reicht dies als Inhalt. Für ältere Kinder wird hier zusätzlich berichtet, dass Libellen sich erst in der Sonne aufwärmen müssen um fliegen zu können.

Fernsehen muss nicht schlecht sein

Dies sind zwei Beispiele von Serien, welche mir auf der einen Seite klarmachen, dass es wirklich „Schund“ unter den Kinderserien gibt. Weshalb man sich wirklich vorher informieren sollte was das eigene Kind da so schaut.
Mir auf der anderen Seite aber auch zeigt, das Fernsehen nicht immer schlecht sein muss, sondern sogar richtig gut sein kann und das auch schon für Kinder.

Ein Kommentar

  1. Über dieses Thema lässt sich streiten , vor allem wenn man ein zweites und drittes Kind hat und das ältere ja schon bisschen gucken darf. Wie erklärt man den kleineren das sie weggucken sollen oder in ein anderes Zimmer gehen sollen?

    Es kommt auf das an was sie gucken und wie lange sie schauen dürfen.

    Das ist mit fast allem so , das nächste Thema ist : ab wann Kindern was süßes geben?
    Und dann kommt es wieder darauf an das man ein zweites oder sogar drittes Kind hat…

    😘

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