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Familienzusammenhalt

Baby Weint - Familienzusammenhalt

Wenn man eine Umfrage darüber erstellen würde, was für einen das wichtigste auf der Welt ist, dann wird zweifelsohne weit oben auf der Liste der Begriff Familie auftauchen. Die meisten Menschen lieben ihre Familie und würden ihr letztes Hemd für sie her geben. Der Familienzusammenhalt ist für sie eine wichtige Angelegenheit.

Natürlich gibt es Umstände, bei denen es aufgrund von Zwistigkeiten innerhalb der Familie oder weitaus schlimmeren Vorkommnissen dann verständlicherweise nicht der Fall sein wird. Ich denke aber, dass man sagen kann, dass die Mehrheit darauf bedacht ist ein gutes Verhältnis zu ihrer nahen Verwandtschaft zu pflegen und einen starken Familienzusammenhalt aufzubauen. Wie aber definiert man den Familienzusammenhalt und was versteht man eigentlich unter Familie?

Was ist Familie?

Das Wort Familie ist doch schon ein sehr schwammiger Begriff. Er ist weit dehnbar und beliebig interpretierbar. Das erkennt man auch, wenn man sich den Duden zur Hilfe nimmt um den Begriff nachzuschlagen. Dort steht dann folgendes als Definition für Familie:

a.) aus einem Elternpaar oder einem Elternteil und mindestens einem Kind bestehende (Lebens)gemeinschaft

b.) Gruppe aller miteinander (bluts)verwandten Personen; Sippe

Beim Punkt a.) sind wir uns wohl alle einig und er bedarf keiner weiteren Ausführungen.
Das ist sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner des Familienbegriffes, den wir haben.

Meine Frau beispielsweise könnte damit gut leben, wenn man vielleicht noch ihre und meine Eltern, die Großeltern und Geschwister mit einbezieht.

Bei mir sieht es dann schon etwas anders aus. Ich muss dazu sagen, das ich einen türkischen Background habe und man in diesem Kulturkreis den Familienbegriff „etwas“ weitläufiger interpretiert.
Das merkt man dann daran, dass einem bei einem Türkeiurlaub jedes mal „neue“ nahe Verwandte vorgestellt werden, die man bis dato noch gar nicht kannte.

Lustig wird es auch, wenn man die Gästeliste für eine deutsch-türkische Hochzeit entwerfen will.
Spätestens, wenn die Frau eine „große“ Hochzeit mit 120 Gästen anstrebt, aber alleine die Verwandtschaft diesen Rahmen sprengt, dann gibt es Redebedarf.

Was ist Familienzusammenhalt?

Ein Familienzusammenhalt ist dadurch gekennzeichnet, wie man in guten und auch schlechten Zeiten einander beisteht und sich gegenseitig unterstützt. Ein weiteres Merkmal davon ist, wie häufig und intensiv man den Kontakt zueinander sucht und miteinander kommuniziert und gemeinsam etwas unternimmt.

Vorteile von einem starken Familienzusammenhalt

An erster Stelle ist hierbei der Punkt aufzuführen, dass man sich in Zeiten in denen es einem nicht so gut geht, gegenseitig unterstützen kann und dem Anderen hilft. Wie sagt man noch so schön geteiltes Leid ist halbes Leid.
Klar, dies sollte in der Regel auch bei guten Freunden funktionieren, aber es gibt dennoch Fälle, bei denen es trotzdem einen Unterschied macht, ob man einen guten Freund an seiner Seite hat, oder ein Familienmitglied.
Vor einiger Zeit ist der Vater eines guten Freundes von mir gestorben. Die gesamte Familie meines Freundes hat sich bei ihm versammelt. Mein Freund hat eine riesige Familie. Seine neun Geschwister eilten mit ihren Ehepartnern und ihren Kindern herbei. Natürlich war ein jeder über den Verlust bestürzt. Zusammen mit der Familie kann man ein Unglück jedoch besser verarbeiten. Ein Freund versucht so gut es geht Trost zu spenden, aber egal was er sagt und wie hilfreich dies ist, manchmal ist es leichter mit einem Familienmitglied dieses Leid zu teilen, vielleicht einfach nur schweigend miteinander trauern und Erinnerungen zu teilen.
Es ist zudem eine große Hilfe, wenn man in solch einer Situation jemanden an seiner Seite hat, der einem bei den organisatorischen Dingen wie z.B dem Ablauf des Begräbnis unterstützt und einem, in Situationen in denen man gerade nicht weiß, wo einem der Kopf steht, dabei hilft sie zu bewältigen.

Auch bei erfreulicheren Anlässen ist ein starker Familienzusammenhalt von Vorteil. Denn
Freude vermehrt sich, sobald man sie teilt. Feste und Feiern werden lebendiger und die Stimmung steigt.

Im Alltag kann man aufeinander bauen.
So gibt es Familien, die weitestgehend in Eigenregie ein Wohnheim errichten können.
Wenn das handwerkliche Geschick bei den Familienmitgliedern vorhanden ist und man ein gutes Verhältnis zueinander hat, dann kann man auf diese Weise eine Menge Geld sparen.

Leider habe ich zwei linke Hände und keine Brüder. Und selbst wenn ich welche hätte wären sie vermutlich ebenso ungeschickt wie ich und wir würden beim Versuch ein Haus zu bauen, die gesamte Nachbarschaft in die Luft sprengen.

Wenn man ein gutes Familienverhältnis hat, kann jeder zu seiner Zeit davon profitieren.
Natürlich kann man auch in Situationen geraten, in denen es nicht leicht ist zwischen Eigenwohl und dem Wohl der Familie abzuwägen.
Es bringt jedoch nichts sich z.B selbst zu verschulden um dadurch Beispielsweise die Schulden seines Bruders zu begleichen. Weiterhin gibt es Umstände, die einem so viel Stress bereiten können, dass die eigene Gesundheit daran zu leiden anfängt.

Die oberste Regel sollte lauten: Nur so lange es mir selbst gut geht, bin ich auch in der Lage anderen zu helfen.

Man muss sich gezwungener maßen aus diesen Zwickmühlen befreien.
Wenn es einem gut geht und es seiner Familie im engeren Sinne (Kind/Kinder, Ehepartner) ebenfalls an nichts fehlt und man die Kapazitäten frei hat seiner Familie im weiteren Sinne zu helfen, so kann man und sollte dies tun.

Man sollte meiner Meinung jedoch für Hilfe, die man jemanden geleistet hat, nicht unbedingt irgendwann ein Gegenleistung erwarten. Denn dies könnte für Unmut sorgen, sollte diese dann ausbleiben.

Es gibt ein türkisches Sprichwort, welches diesen Umstand sehr gut beschreibt.
„Tu etwas gutes und leg es ins Meer und dankt dir kein Fisch, so dankt dir dein Herr.“

Wie stärkt man den Familienzusammenhalt?

Wichtig ist natürlich, dass man viel Zeit miteinander verbringt und auch gemeinsam Sachen unternimmt.

Dabei kann es sich um Ausflüge, Reisen, Feste die man zusammen feiert oder auch einfach um Grillabende oder ähnliches handeln. Sozusagen Momente, die einem in Erinnerung bleiben. Auf diese Weise festigt man das „Wir Gefühl“

Das Allerwichtigste ist dabei jedoch, dass man miteinander redet. Man kann noch so viel Zeit miteinander verbringen, sie bleibt am Ende fruchtlos, wenn man nebeneinander her lebt.

Um den Familienzusammenhalt zu stärken sollte man einander helfen, sofern es einem die Gesundheit, der Terminkalender oder der Finanzhaushalt erlaubt.
Hier gilt jedoch die Devise, sich durch die angebotene Hilfe nicht selbst in eine ausweglose Lage zu manövrieren.
Falls es einem nicht möglich sein sollte zu helfen, so sollte man es von Anfang an erklären.
Der Gegenüber sollte wiederum dafür Verständnis aufbringen. Hilft man jemandem und bringt sich dadurch selbst in eine missliche Lage, so zieht das im Nachhinein meist viel mehr Unmut ein, als wenn man vornherein klar stellt, das es nicht möglich ist.

So schön ein starker Familienzusammenhalt auch ist, so bitter können Familienstreitigkeiten sein. Nichts trifft einen härter, als Streitigkeiten innerhalb der eigenen Familie.

Auf die Art und Weise wie man seinen Kindern, dass Familienleben und das eigene Bild von einem Familienzusammenhalt vorlebt, werden es die Kinder in der Mehrzahl der Fälle auch weiterführen

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