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Gesundheit Ratgeber

Erste Hilfe am Kind

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Fast jeder Erwachsene hat in seinem Leben schon mal einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht. Die meisten wohl im Zuge des Führerscheins. Mit vielen unterschiedlichen Leuten, welche man meist alle nicht kannte saß man in einem stickigen Raum und sah sich die Powerpoint-Präsentation an. Als es endlich an ein paar praktische Übungen ging wurde man wieder etwas wacher.
Zum Schluss dachte man sich wahrscheinlich, dass man im Notfall ja Bescheid wüsste. Aber dass man wirklich mal in solch eine Situation kommen würde, wäre ja zum Glück nicht besonders wahrscheinlich.

Doch wie sieht das ganze ein paar Jahre später aus? Weiß man wirklich noch wie oft man beatmen muss und wie oft die Herzdruckmassage?
Ich habe meinen Führerschein 2011 gemacht und musste die Fragen leider mit einem Nein beantworten. Doch nicht nur das, ich hatte auch überhaupt keine Ahnung wie das ganze bei Kindern anzuwenden ist. Was muss man hier beachten und welche Unterschiede gibt es zu erwachsenen Personen?

Ich nahm also erneut an einem Erste-Hilfe-Kurs teil, welcher explizit auf die Erste-Hilfe am Kind ausgerichtet war. Der Kurs fand in einem Nachbarort, in einer Physiotherapiepraxis. Ohne Schuhe und auf Matten mit vielen bunten Kissen saß ich mit ganz vielen anderen Mütter und einem Vater im Kreis. Da wir alle Kinder hatten war es natürlich nicht schwierig einen Gesprächseinstieg zu finden. Die meisten der Mütter hatten gerade Kinder, welche noch unter einem Jahr alt waren. Eine Mutter hatte ein schwerbehindertes Kind. Eine war Tagesmutter und Eine Erzieherin in einem Waldorfkindergarten.

Wir hatten alle einen Nenner und trotzdem hatten wir alle ganz unterschiedliche Geschichten zu Erzählen. Viele Dinge, welche wir uns von dem Kurs erhofften zu erfahren glichen sich bei uns allen, doch manche hatten auch ganz konkrete Fragen, auf die man selbst vielleicht noch gar nicht gekommen war.

Theorie

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde ging es dann auch recht schnell los.
Zunächst ging es erst einmal um die Vermeidung von Unfällen. Wo liegen die Gefahrenquellen im Haus und im Garten und wie kann man diese minimieren beziehungsweise die Kinder vor diesen Gefahren schützen.
Bei dieser Diskussion zeigte sich recht schnell wie unterschiedlich Mütter ticken. Für die einen galt eine Klobürste schon als Gefahr und wurde immer auf die Waschmaschine gestellt, während andere dies eher belächelten und meinten, dass ein Kind an sowas nur einmal und dann nie wieder gehen würde.

Weiter ging es mit der Frage wann ist eine Verletzung so ernst, dass man einen Krankwagen oder Notarzt rufen muss. Hierbei merkte man, dass viele Mütter diesbezüglich sehr unsicher waren. Man möchte ja nicht „Aus einer Fliege einen Elefanten machen“, aber man möchte auch auf keinen Fall zu lange warten, wenn die Situation wirklich ernst ist.
Interessant war es nun die Sicht der beiden Erzieherinnen zu sehen, da diese ja nun die meiste Erfahrung hatten und dadurch oft eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Sie blieben bei vielen Themen viel ruhiger, bei denen eine junge Mutter sofort 112 angerufen hätte.

Pause

Nach einem ganzen Vormittag voller Theorie, interessanten Diskussionen und sehr viel Input ging es erstmal in eine Mittagspause. Ich mochte mich mit drei anderen Müttern auf den Weg zu Burger King -wenn man schon mal unterwegs ist kann man ja auch mal Fastfood essen :P. Unter diesen war auch die Mutter mit dem schwerbehinderten Kind. Sie erzählte uns von ihrem schweren Weg von den vielen Monaten in Krankenhäusern und der stetigen Ungewissheit was kommen wird. Ihr Kind war noch nicht mal ein Jahr alt und hat die meiste Zeit seines kurzen Lebens in Krankenhäusern verbracht. Zu dem Säugling hatte sie noch einen bereits 13 jährigen Sohn, welcher natürlich in all dem Trubel nicht vergessen und zu kurz kommen durfte. Die Mutter selbst hatte seit der Geburt keine Zeit mehr ohne Kind verbracht und dieser Erste-Hilfe-Kurs war der erste Anlass zu dem sie das Kind alleine beim Vater ließ.

Ich fing an sie zu bewundern, wie man so stark sein konnte und dies alles so wuppen kann. Und dann fing ich sogar an mich schlecht zu fühlen. Wie oft hatte ich mich über zu wenig Zeit für mich beschwert, wie oft hatte ich das Gefühl überfordert mit meinem neuen Leben als Mutter zu sein und dann hörte ich sowas. Ich war so Dankbar für mein Leben und die Gesundheit von Nuffel. Aber auch Dankbar dafür, dass sie uns diese Geschichte erzählte. Denn wenn ich auch sonst nichts in diesem Kurs gelernt hätte, so hätte ich wenigstens erfahren wie dankbar man für solch ein Leben was wir führen sein muss.

 

Praxis

Nach der Mittagspause ging es dann mit ganz vielen praktischen Übungen weiter.
Wir hatten die Möglichkeit verschiedene Stationen in kleinen Gruppen zu durchlaufen und verschiedene Verletzung an uns gegenseitig zu behandeln. Wir konnten sämtliches Verbandsmaterial ausprobieren und interessante Dinge kennen lernen, zum Beispiel ein Kühlpack zum Mitnehmen.

Danach ging es noch um die stabile Seitenlage, den „Heimlich-Handgriff“ und die Wiederbelebungsmaßnahmen, für die verschiedenen Altersgruppen. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung konnten wir an drei unterschiedlichen Puppen üben (Säugling, Kind und Erwachsener).

Zu guter Letzt durften wir noch einen Defibrillator ausprobieren. Und zwar so einen, wie man sie oft in öffentlichen Gebäuden findet. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich mich vor diesem Kurs niemals getraut hätte solch ein Teil von der Wand zu nehmen und zu benutzen, aus Angst irgendetwas falsch zu machen. Doch nun weiß ich wie so ein Ding von innen aussieht und wie man was machen muss. Zudem sind diese Teile eigentlich Idiotensicher. Schritt für Schritt gibt das Gerät Anweisungen und sagt einem ob es nötig ist einen Schlag auszuführen. Man muss davor wirklich überhaupt keine Angst haben. Denn es ist immer besser alles was irgendwie möglich ist zu tun, als gar nichts zu tun.

 

Fazit

Mein Fazit ist, dass ich solch einen Kurs in einigen Jahren auf jeden Fall noch einmal besuchen werde, um mein Wissen einfach wieder aufzufrischen. Zudem kann ich einen solchen Kurs jedem empfehlen und ans Herz legen. Denn man verbringt einen Tag seines Lebens damit all diese Dinge zu lernen, aber kann dafür Leben retten und diesen Menschen noch ganz viele Tage schenken.

 

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