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Alltag Übers Eltern sein

Ein Wochenende ohne Kind

Baby Weint - Ein Wochenende ohne Kind

Das erste Wochenende ohne mein Kind

Seit nun 22 Monaten hat es keinen einzigen Tag gegeben, an dem ich meinen Sohn nicht gesehen habe. Er hat zwar schon ein paar mal bei den Großeltern übernachtet, wurde jedoch an dem einen Tag hingebracht und am nächsten wieder abgeholt. Zudem war ich in dieser Zeit nie weiter weg als in der nächsten Stadt. Doch nun war es soweit, wir haben Nuffel für ein ganzes Wochenende weggegeben.

Mein Mann musste an diesem Wochenende arbeiten und ich hatte zusammen mit einer Freundin Tickets für eine Veranstaltung in Münster, was ungefähr 250km weit von unserem Zuhause weg ist. Normalerweise nehme ich Nuffel immer mit nach Münster, da meine Mutter dort ganz in der Nähe wohnt. Doch diesmal kam sie erst am Samstag, an dem unsere Veranstaltung schon am Morgen beginnen sollte, von einer Geschäftsreise zurück und war dementsprechend gar nicht da als wir los wollten.

Also blieb mir nichts anderes übrig als Nuffel das Wochenende über wegzugeben.

Donnerstag

Nachdem ich am Donnerstag sowohl meinen Koffer als auch Nuffels Tasche gepackt hatte überkam mich auf einmal ein ganz komisches Gefühl. Ich bin wirklich keine Mutter die klammert und ich genieße die Zeit immer sehr in der ich mal etwas für mich tun kann, aber nun hatte ich auf einmal das Gefühl ich würde es nicht übers Herz bringen ihn so lange nicht zu sehen.
Ich verdrängte dieses Gefühl ganz schnell und ging ins Bett. In dieser Nacht schlief der Kleine sehr unruhig, so dass ich ihn schlussendlich zu uns in Bett holte, damit ich wenigstens noch ein bisschen Schlaf bekam und das kam mir natürlich sehr gelegen. Ich kuschelte ihn und genoss die Zeit mit dem Kleinen noch einmal hin vollen Zügen.

Freitag

Um 7.00Uhr hieß es dann für mich aufstehen, duschen und den restlichen Kleinkram zusammenpacken. Nuffel schlief noch bei seinem Papa im Bett als ich abgeholt wurde. Ich gab ihm nur schnell einen Kuss auf die Stirn und verschwand bevor ich noch mehr nachdenken konnte.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit der Autofahrt, Shoppen und richtig schön in Ruhe Essen gehen. Beim Shoppen kam allerdings wieder die Mutter in mir durch. Der Laden, in dem wir uns die längste Zeit aufhielten war ein Kindergeschäft. Allerdings auch das schönste in welchem ich je war. Über drei Etagen fand man alles was das Herz begehrt und es gab überall kleine Spielecken für die Kinder. So konnte man auch in Ruhe gucken wenn man seinen Zwerg mit hatte. Meine Highlights waren allerdings eine Rutsche, welche vom Erdgeschoss neben der Treppe entlang ins Untergeschoss führte und ein wunderschönes Karussell im Obergeschoss. Eine ganze Stunde verbrachten wir dort, nur um uns oberflächlich umzusehen.

Baby Weint - Münster Rutsche und Karussell

Am Abend rief ich dann kurz per Videotelefonie Zuhause an um zu hören ob alles in Ordnung sei und vielleicht kurz Nuffel zu sehen, doch der schlief schon tief und fest. Also ging ich ganz beruhigt in Bett und freute mich auf den kommenden Tag.

Samstag

Mich wach zu bekommen war nicht ganz leicht gewesen. Meine Freundin musste mich richtig durchschütteln, bis ich endlich die Augen öffnete. So tief, so ruhig und so fest hatte ich schon über zwei Jahre nicht mehr geschlafen. Ich fühlte mich richtig ausgeruht und fit und das tat mal richtig gut.

Die Veranstaltung lohnte sich wirklich und wir hatten viel Spaß. Danach stießen wir noch zu meiner Mutter, welche schon in einer Gaststätte belustigt einer Prinzenproklamation beiwohnte. So etwas hatten meine Freundin und ich auch noch nicht miterlebt, da dies ja im Norden eher ungewöhnlich ist. Ich freute mich auf einen gemütlichen Abend, an dem ich es auch wieder sehr genoss einfach mal nicht auf die Uhr zu schauen und daran denken zu müssen morgens früh für den Kleinen aufzustehen.

Zwischendurch rief ich natürlich wieder Zuhause an und diesmal war Nuffel auch noch wach. Als er endlich ans Telefon kam sagte er nach einigem Bitten und Betteln seines Vaters endlich „Hallo Mama“. Darauf folgte nur „Tschüss Mama, Nuffel arbeiten gehen“, was seiner neuen Standartantwort entspricht, wenn er auf irgendetwas keinen Bock hat. Mit einem lachenden Auge, weil ich wiedereinmal merkte, dass ich mir wirklich keine Sorgen machen musste und einem weinen Auge, weil er mich augenscheinlich überhaupt nicht vermisste, verabschiedet ich mich auch wieder von meinem Mann und ließ den Abend mit den anderen gemütlich ausklingen.

Sonntag

Auch an diesem Morgen war es wieder recht schwierig mich zu wecken, doch danach fühlte ich mich wieder sehr gut und ausgeruht.
Nach einem ausgiebigen Brunch machten wir uns auf den Heimweg.
Nun würde ich wieder Nachts mit einem Ohr wach sein und wenn nötig sofort aufspringen. Würde wieder den Tag auf Nuffel ausrichten und nicht nur an mich denken müssen, Windeln wechseln, Kinderbücher zehn mal hintereinander anschauen all sowas, was zu einem Alltag mit Kleinkind eben dazu gehört. Und was soll ich sagen? – Ich freute mich regelrecht darauf. So schön ein Wochenende ausspannen auch mal ist, wieder nach Hause kommen ist noch viel schöner.

Beim Abholen rannte Nuffel mir dann schon durchs Treppenhaus entgegen und warf sich glücklich in meine Arme. Anscheinend hatte er mich doch ganz schön vermisst und ihn wieder in meinen Armen zu halten war das schönste Gefühl der Welt.

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