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Ratgeber Schwangerschaft

Die Mutterpass Abkürzungen

Baby Weint - Mutterpass Abkürzungen

Die Bedeutungen der Mutterpass Abkürzungen

Wir haben uns heute mit dem Thema Mutterpass Abkürzungen auseinandergesetzt. Zu Beginn der Schwangerschaft bekommt jede werdende Mutter einen sogenannten Mutterpass. In diesem wird Allerhand eingetragen. Viele gesundheitliche Daten der Mutter wie ihre Blutwerte, bekannte Allergien und Gewichtszunahme werde dort vermerkt. Aber natürlich auch alles Mögliche was das Kind betrifft, wie zum Beispiel die aktuelle Kindslage im Mutterleib. Doch so aufschlussreich dieser Pass auch für alle Ärzte ist, so Fragen erregend ist er oftmals für die werdende Mutter. Neben der ständigen Sorge ob die Werte auch alle gut, sofern der Arzt nichts dazu gesagt hat, werden wohl die häufigsten Fragen bezüglich der ganzen Abkürzungen gestellt. Denn daran wird in diesem Heft keineswegs gespart.

Ich habe mich selbst während meiner Schwangerschaft so manches mal hingesetzt und versucht herauszufinden was da nun alles drin steht und war spätestens nach dem dritten Begriff total genervt, weil ich mich immer wieder durch Webseiten klicken musste und überhaupt nicht voran kam. Deshalb haben wir uns nun einmal die Mühe gemacht alle möglichen Mutterpass Abkürzungen hier aufzuschreiben, um es anderen Müttern vielleicht ein wenig einfacher zu machen.

Die Mutterpass Abkürzungen von A-Z

ABCDEFGHI – J – KLM – N – OPQRSTUV – W – X – Y – Z

A

Antikörper-Suchtest – Ist eine Blutuntersuchung um gegebenenfalls vorhandene Antikörper gegen bestimmte Krankheiten sowie gegen bestimmte Merkmale von roten Blutkörperchen nachzuweisen

Abort – Fachbegriff für eine Fehlgeburt.

Abruptio – Fachbegriff für einen Schwangerschaftsabbruch.

Abusus – Hinweis auf regelmäßigen Alkohol-, Drogen- oder Zigarettenkonsum während der Schwangerschaft, da dies ein erhöhtes Missbildungsrisiko birgt.

Amniocentes – Fachbegriff für eine Fruchtwasseruntersuchung.

Anamnese – Fachbegriff für die Krankenvorgeschichte.

Adipositas – Fettleibigkeit: wenn das Gewicht der Frau mehr als 20 % über dem Normalgewicht liegt kann dies in der Schwangerschaft zu Bluthochdruck, Diabetes oder EPH-Gestosen (Entgleisung des Stoffwechsels in der Schwangerschaft) führen und Geburtserschwerend wirken.

Anämie – Ist der Fachbegriff für Blutarmut, dies bedeutet dass zu wenig Hämoglobin, also rote Blutkörperchen vorhanden sind. Diese sind für den Transport von Sauerstoff im Blut verantwortlich. Neben Begleiterscheinungen wie Müdigkeit entsteht auch ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten und andere Erkrankungen, welche die Mutter betreffen.

Apgar-Zahl – Um den Zustand eines Neugeborenen so genau wie möglich zu erfassen wird direkt nach der Entbindung der sogenannte Apgar-Tast gemacht. Dieser Test wird dann nach fünf und danach noch einmal nach zehn Minuten wiederholt. Es werden jeweils fünf Lebensfunktionen überprüft und für jede kann das Neugeborene 0-2 Punkte bekommen. Diese Punkte werden dann für jeden Test zusammengezählt. Bei 10-8 Punkten geht es dem Kind gut bis sehr gut, < 7 Punkte lassen eine Störung vermuten, welche allerdings oft nur vorübergehend ist. Ist der Test auch nur ein Mal < 4 Punkten wird das Kind sofort behandelt.

APD (Anterior-posterior) – Durchmesser des Babybauchs, gemessen vom Rückgrat bis zum Nabel.

ATD – Abdominaler Transversaldurchmesser. Dies ist der Querdurchmesser des Babybauchs, gemessen von links nach rechts.

AU – Abdomenumfang, dies ist der Umfang des Babybauchs.

B

Biometrie – Ist die Messung bestimmter Körperteile

Blutgruppen-Zugehörigkeit – Hier wird die Blutgruppe und der Rhesusfaktor der Schwangeren angezeigt.

Blutungsneigung – Dort steht, ob eine gestörte Gerinnungsfunktion des Blutes vorliegt.

Bluttransfusionen – Der Hinweis, ob die Schwangere schon einmal eine Blutkonserve bekommen hat. Nach einer Transfusion von Spenderblut besteht die Möglichkeit der Abwehrkörperbildung. Dieser Umstand würde gesonderte Tests vor einer erneuten Transfusion bei der Geburt erfordern.

BEL – Beckenendlager ist die Lage des Babys bei der der Steiß des Kindes zeigt nach unten zeigt.

BPD – Biparietaler Kopfdurchmesser, der Abstand gemessen von Schläfe zu Schläfe.

C

Coombs-Test (direkt) – Blutuntersuchung, bei der getestet wird, ob das Blut des Babys gegebenenfalls Antikörper enthält.

Coombs-Test (indirekt) – Blutuntersuchung, bei der getestet wird, ob die Mutter des Kindes Antikörper gegen andere Blutgruppen gebildet hat.

D

Diabetes – Hier wird festgehalten, ob eine Diabetes Erkrankung der Mutter vorliegt.

Dorsonuchales Ödem – Dies ist eine ausgeprägte Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich bzw. an Teilen des Rückens des Babys. Der Nachweis gilt als Anzeichen für eine organische Fehlbildung und/oder eine Chromosomenbesonderheit.

E

EU (Extrauterinschwangerschaft) – eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter. Hierbei nistet sich die befruchtete Eizelle in der Bauchhöhle an.

Eiweißausscheidungen – eine erhöhte Ausscheidung von Eiweiß über den Urin.

ET – Steht für Errechneter Termin und meint den voraussichtlichen Tag der Geburt. Hierbei wird der Tag der letzten Regel + 280 Tage gerechnet.

F

FS (Fruchtsack) – Dies ist die äußere Schicht der Fruchthüllen um den Fötus. Die Form des Fruchtsacks kann bis zur 10. Schwangerschaftswoche Hinweise auf eine Problematik liefern.

FOD/KU (Fronto-okzipitaler Durchmesser) – Hier wird der Kopfumfang aufgelistet. Dieser wird mit Hilfe der Durchmesser vom Schläfenbein zum Schläfenbein und dem der Stirn zum Hinterkopf berechnet.

FL/HL (Femurlänge / Humeruslänge) – die Länge des Oberschenkelknochens und des Oberarmknochens.

G

Gravida – Hier steht wie viele Schwangerschaften die Frau bis dato hatte. Hierzu zählen die aktuelle, so wie eventuelle vorige Schwangerschaften. Es werden auch Schwangerschaftsabrüche, so wie Früh und Fehlgeburten mitgezählt.

Gestationsdiabetes – Eine Form von Diabetes, der während einer Schwangerschaft auftritt. Dieser wird auch als Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet. Der Schwangerschaftsdiabetes kann oftmals mit Hilfe einer Ernährungsumstellung ausreichend behandelt werden. In anderen Fällen wird er mit Insulin therapiert. Nach der Geburt normalisiert sich der Zuckerstoffwechsel bei den meisten Frauen wieder von selbst. Diese Krankheit zählt zu den häufigsten Schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen.

Geburtsmodus – Beschreibt die Entbindungsart

H

Harnwegsinfektionen – Entzündung der Blase bzw. der Harnleiter

HBs-Antigen – Steht für Hepatitis B surface – Antigen. Gegen Ende der Schwangerschaft wir das Blut der Mutter auf Hepatitis B getestet. Wird eine Hepatitis nachgewiesen kann das Kind geimpft werden um es vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.

Hypertonie – ein erhöhter Blutdruck

Hypotonie – ein zu niedriger Blutdruck

Hydramnion – ist eine überdurchschnittlich hohe Menge an Fruchtwasser. Der Fruchtwasserindex (AFI) beträgt dabei über 20 cm oder es ist ein großer Fruchtwasserdepot mit mehr als zwei Litern. Dies kann ein Anzeichen auf Diabetes bei der Mutter, oder aber auch auf eine Fehlentwicklung des Babys hindeuten.

HB (Hämoglobin) – der rote Blutfarbstoff

Herzaktion – beschreibt den Herzschlag des Babys.

I

Isthmozervikale Insuffizienz – Schwacher Gebärmutterhals. Bei einer Schwäche des Gebärmutterhalses kann es zu einer Öffnung des Muttermundes kommen, die geschieht meist um die 12. Schwangerschaftswoche meist unbemerkt. Diesem sollte frühzeitig entgegen gewirkt werden. Maßnahmen sind in diesem Fall Bettruhe und Wehenhemmer oder eine Wehenumschlingung (cerlage).

Intrauteriner Sitz – Gibt Auskunft darüber, ob der Embryo in der Gebärmutterhöhle sitzt.

K

Kleinwuchs – Hier geht es um die Größe der Mutter, denn wenn diese unter 1,56m groß ist kann dem eine Stoffwechsel- oder Hormonerkrankung zu Grunde liegen, welche dem Ungeborenen eventuell schaden kann. Des weiteren ist das Risiko einer Fehlgeburt höher.

Konsiliaruntersuchung – Untersuchung durch einen weiteren Arzt zur Abklärung möglicher Unklarheiten

Konzeptionstermin – Ist der Tag der Empfängnis und somit der Beginn der Schwangerschaft. Ab diesem Tag rechnet man mit 266 Tagen bis zu Entbindung.

L

Lageanomalie – Die Kindslage entspricht kurz vor der Geburt nicht der normalen Endlage, bei der das Baby den Kopf unten im Becken der Mutter hat.

LSR – Lues-Such-Reaktion, ist ein Test zum Nachweis von Syphilis. Diese ist heutzutage zwar sehr selten sollte aber trotzdem ausgeschlossen werden, da sonst eine Antibiotikabehandlung vonnöten ist.

M

Mangelgeburten – Wiegt ein Neugeborenes weitaus weniger als der Durschnitt, ist jedoch kein Frühchen und demnach voll ausgetragen spricht man von einer Mangelgeburt. Dies passiert meist durch eine mangelnde Versorgung in der Gebärmutter.

Monochoral – Bedeutet, dass sich bei einer Mehrlingsschwangerschaft mehrere Embryos eine Plazenta (Chorion) teilen.

Multipara – Hierbei spricht man von einer Frau, welche schon mehrere Geburten hinter sich hat.

O

Oligohydramnion – Zeigt eine zu geringe Menge an Fruchtwasser. Dies kann ein Hinweis auf eine Fehlbildung des Kindes deuten oder eine Funktionsstörung der Plazenta.

Ödeme – Sind Wasseransammlungen im Gewebe. Sie können ein Hinweis auf eine Gestose/Praeklampsie der Mutter sein.

P

Para – Anzahl der Geburten

Primpara – Erstgebärende

Post partum – Diese geben Störungen an, welche nach der Geburt auftreten können, z.B. wenn sich der Mutterkuchen nicht komplett löst oder die Nachgeburtsblutungen sehr stark sind.

Placenta Praevia – Verschluss des Geburtsweges durch den Mutterkuchen, welcher vor dem Muttermund liegt

Plazenta-Insuffizienz – Beschreibt eine Funktionsstörung des Mutterkuchens, welche zu einer Unterversorgung des Babys mit Nähr- und Sauerstoff führen kann. Sie erfordert eine intensive Betreuung.

Plazentalok./-struktur – Sitz und Struktur der Plazenta.

pH-Wert – Hier wird der pH-Wert ermittelt um direkt nach der Geburt Aufschluss über den Sauerstoffgehalt im Blut des Babys zu geben. Dies kann bei Komplikationen auch manchmal während der Geburt ermittelt werden um gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

Q

QL – Querlage des Kindes, dies bedeutet es liegt quer zum Geburtsausgang.

R

Rhesus-Inkompatibilität – Blutgruppenunverträglichkeit zwischen rh-negativer Mutter und rh-positivem Kind. Hierbei bildet der Körper der Mutter Antikörper, welche die roten Blutkörperchen des Babys auflösen. Dies kann beim Kind zu gesundheitlichen Schäden, da es dadurch zu Sauerstoffmangel führen kann.

Röteln-HAH-Test – Antikörper-Suchtest im Blut der Mutter gegen Röteln.

Rasche Schwangerschaftsfolge – Ist dann gegeben, wenn die letzte Schwangerschaft weniger als ein Jahr zurückliegt.

RR (Riva/Rocci) – Oberer und unterer Blutdruckwert

S

S (Schnittgeburt) – Geburt durch Kaiserschnitt

Screening – Beschreibt die umfassende Untersuchung der Schwangeren inklusive Ultraschalluntersuchung

SL (Schädellage) – Beschreibt die normale Geburtslage des Babys mit dem Schädel voran.

SP (Spontangeburt) – hiervon spricht man wenn die Geburt normal verlief, also ohne operative Hilfe.

Sectio – Fachbegriff für den Kaiserschnitt

Skelettanomalie – Veränderter Knochenbau, der eine natürliche Geburt erschweren oder sogar unmöglich machen kann

SSW – Schwangerschaftswoche

Sterilisationsbehandlungen – Behandlung um eine Schwangerschaft trotz Unfruchtbarkeit zu erzielen.  Diese gelten als Risikoschwangerschaften.

Sediment – Untersuchung des Urins auf Zucker, Eiweiß, Bakterien und Blut, um Schwangerschaftsdiabetes oder Harnwegsentzündungen festzustellen oder auszuschließen.

SSL (Scheitel-Steiß-Länge) –  Beschreibt die Länge des Kindes vom Scheitel bis zum Steiß. Durch die gebeugte Haltung des Babys kann die exakte Länge des Babys allerdings nicht gemessen werden. Daher dient die Schädel-Steiß-Länge nur als Hilfsgröße, um die Entwicklung des Kindes zu beurteilen.

T

Thorax – Fachbegriff für Brustkorb

Thromboseneigung – Ist die Neigung zu Blutgerinnseln in Blutgefäßen, welche vor allem in Krampfadern entstehen, die zum Verschluss (Embolie) führen können.

Terminunklarheit – Unklarheit über den Geburtstermin besteht dann, wenn die werdende Mutter sich nicht an ihre letzte Periode erinnern kann und der Termin somit nicht genau berechnet werden kann. Oder der ET nicht zu den Untersuchungsbefundenpasst.

U

Urin Z pos. – Zucker im Urin

Urin E pos. – Eiweiß im Urin

Uterusoperationen – Operation an der Gebärmutter

V

Vaginale Operation – Bei der Geburt musste mit einer Saugglocke oder der Zange geholfen werden.

Varikosis – Sind Krampfadern, sind diese schwach ausgeprägt werden sie durch ein Kreuz markiert, sind sie stärker ausgeprägt bekommen sie zwei Kreuze.

Vorzeitige Wehentätigkeit – Hiervon spricht man wenn Wehen vor der 38. Schwangerschaftswoche aufkommen und sie gehäuft auftreten, d.h. mehr als zweimal stündlich. Denn diese können eine geburtseinleitende Wirkung auf den Muttermund haben.

Z

ZNS – Zentrales Nervensystem

Zyklus – Zykluslänge, die vor der Schwangerschaft normal war. Nach langjähriger Pilleneinnahme kann der Zyklus unstabil sein, was die genaue Bestimmung des Geburtstermins erschwert.

Die Abkürzungen der Befunde

neg./ – = negativer Befund
pos./ + = positiver Befund
o.B. = ohne Befund

Ich hoffe die Auflistung der Mutterpass Abkürzungen und einigen Fachbegriffen mit den dazu gehörenden Bedeutungen konnte etwas Licht ins Dunkel bringen und euch etwas Zeit sparen. Falls wir etwas vergessen haben und ihr noch Fragen habt schreibt diese gerne in die Kommentare und die Liste wird gegebenenfalls ergänzt.

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