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Gesundheit Ratgeber

Das Baby pucken

Baby Weint - Pucken

Was ist Pucken?

Beim Pucken (engl. swaddling) handelt es sich um eine lange Zeit in Vergessenheit geratene und in den letzten Jahren wieder populär gewordene traditionelle Methode, bei der das Baby fest in ein Tuch bzw. eine Decke gewickelt wird. Bei dem früher in vielen Kulturen angewandten Wickeln wurden die Säuglinge in lange Stoffbänder eingewickelt. Es wurde damals davon ausgegangen, dass der weiche Babykörper formbar sei und deshalb in eine starre Streckstellung gebracht werden müsse. Man fürchtete, dass es ohne das Wickeln bei den Kindern zu Fehlbildungen kommen könne.
In Deutschland wurde diese Methode noch bis ins späte 19. Jahrhundert angewandt.

Modernes Pucken

Der Hintergedanke des modernen Pucken ist ein anderer.
Hierbei erhofft man sich mit Hilfe des eng umwickelten Tuches die Geborgenheit des Mutterbauches zu imitieren. Dadurch soll ein angenehmerer Anpassungsprozess für die Babys erreicht werden. Dies gilt speziell für sogenannte Schreibabys, da sie große Probleme mit der Umstellung an das Leben außerhalb des Mutterbauches haben.
Außerdem wird durch die Fixierung der Gliedmaßen am Körper der Moro-Reflex abgeschwächt. Dieser hält ungefähr bis zum 5. Lebensmonat an und sorgt dafür das Babys bei unerwarteten Geräuschen oder Erschütterungen automatisch die Arme und Beine ausbreiten. Dies kann mitunter auch dann geschehen, wenn das Kind gerade dabei sein sollte einzuschlafen oder bereits am schlafen ist. Auf diese weise wird das Baby aus dem Schlaf oder der entspannten Lage gerissen.

Was bringt Pucken wirklich?

Einige Studien bestätigen, dass gepuckte Babys im Schnitt länger Schlafen und zwischendurch seltener wach werden. Dieser postive Effekt bezüglich eines ruhigeren Schlafes soll vor allem auf Frühchen und Schreibabys zu treffen. Laut Studien führte dies außerdem dazu, dass bei diesen Babys auch die durchschnittliche Schreidauer abnahm.

Wie lange sollten Babys gepuckt werden?

Das Pucken kann vom ersten Tag an bis etwa zum 5. Lebensmonat angewandt werden. Wenn das Baby mobiler werden sollte und lernt sich selbständig auf den Bauch zu legen, sollte man mit dem Pucken aufhören, da ansonsten die Gefahr besteht, dass das Baby nicht genug Bewegungsfreiheit hat, um sich aus der Bauchlage zurück zu drehen.

Wie puckt man sein Baby?

Das Pucken sollte hauptsächlich nachts zum Schlafen durchgeführt werden. Man sollte die Kinder nicht, nur um sie ruhig zu stellen, tagsüber Pucken. Dies kann sich negativ auf den Bewegungsdrang auswirken. Zum Pucken kann man ein Tuch, eine Decke oder einen speziellen Pucksack benutzen. Vor dem ersten Wickeln sollten Sie sich die Technik am besten von einer Hebamme zeigen lassen. Beim richtigen Pucken werden die Babys so fest eingewickelt, dass sie sich nicht mehr bewegen können. Anderweitig können sie sich nämlich wieder frei strampeln und die vom Pucken erhofften positiven Effekte kommen nicht zur Geltung.

Baby Weint - Pucken

  • Breiten sie hierzu das Tuch in Form einer Raute aus
    und schlagen sie die obere Spitze nach unten ein
  • Die Arme des Babys sollten eng am Körper liegen
  • Legen sie ihr Baby mit dem Nacken auf die Faltlinie
  • Legen Sie die eine Seite der Decke über Ihr Baby und stecken sie sie auf der anderen Seite unter dem Rücken fest
  • Nun wird das untere Ende der Decke nach oben geschlagen und wieder hinter dem Rücken festgesteckt
  • Zu guter Letzt wird noch die letzte Ecke der Decke über das Kind gelegt und auf der anderen Seite festgesteckt

Welche Nachteile gibt es beim Pucken?

Viele Kinderärzte raten vom Pucken ab. Dies hat einige Gründe.
Unter anderem kann die Wickeltechnik das Risiko einer Hüftdysplasie erhöhen. Der hohe Druck an der Wachstumsfuge der Hüftgelenkspfanne kann sogar zu einer Auskugelung der Gelenke führen.
Des weiteren können Nerven abgeklemmt werden. Das zu lange, starre liegen kann platte Hinterköpfe fördern. Außerdem kann ein zu festes Wickeln zu Atemproblemen führen. Es kann passieren, dass die Kinder zu wenig Platz zum angenehmen Luftholen bekommen. Viele Experten weisen weiterhin auf eine Gefahr der Überhitzung bzw. Dehydrierung hin.
Es gibt Spezielle Pucksäcke, welche die orthopädischen Gefahren minimieren sollen.

Wann darf auf keinen Fall das Pucken angewandt werden?

Babys die einen Hüftdysplasie haben und eine Spreizhose bzw. eine Hüft-Beuge-Schiene tragen dürfen auf keinen Fall gepuckt werden. Dies könnte den Hüftschaden verstärken. Bei Fieber sollte die Pucktechnik ebenfalls nicht angewendet werden. Vorsicht ist auch bei zu hohen Temperaturen angesagt.

Zusammengefasst kann man sagen, dass das Pucken zwar einige positive Effekte mit sich bringt, sich auf der anderen Seite jedoch auch einige unerwünschte Nebenwirkungen verbergen können.
Wenn man sich nach Abwegung aller Pro und Kontras dazu entscheiden sollte, ist es ratsam sich die Wickeltechnik zunächst einmal von einem Experten zeigen zu lassen. Dies ist wichtig, da ein zu leichtes Einwickeln keinen Nutzen mit sich bringt und ein zu festes Einwickeln auf der anderen Seite gefährlich sein kann.
Eine alternative um Babys die Umstellung an das Leben außerhalb des Mutterbauches zu erleichtern bilden Tragetaschen bzw. Tragetücher. Mit deren Hilfe tragen Sie Ihr Kind nah am Körper und schenken ihm ein Gefühl der Geborgenheit.

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